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12.01.08 - Two United PDF Print E-mail
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Written by käthe   
Jan 12, 2008 at 12:00 AM
Sehe seit einer guten Stunde Manchester gegen Newcastle: Während die ManU-Spieler pausenlos mit den Schiedsrichtern diskutieren und nebenbei schon zwei Tore geschossen haben, konzentriere ich mich ein wenig auf den Club, der zu Beginn der Woche seinen Trainer verloren hat: Newcastle United.

Die Entlassung von Sam Allardyce hat die britischen Medien doch ein wenig in Aufruhr versetzt – es ist zumindest eine der aufregendsten Fußball-Nachrichten im Moment, nachdem die Transferzeit keine großen Aufregungen erlaubt (ja, Anelka wechselt zu Chelsea für einen Haufen Geld – aber auch das hat indirekt mit dieser Geschichte hier zu tun…).

Solange Newcastle-Chef Mike Ashley, der erst seit dem Sommer den Vorsitz hat, keinen Nachfolger für „Big Sam“ nominiert, nutzen die Briten jeglichen Raum für Spekulationen und Analysen, wie es denn soweit kommen konnte und wer denn nun den sympathischen Verein, der seit 1969 keinen Titel gewonnen hat, retten werde und endlich zur heiß ersehnten Trophäe führen wird.

(
3:0 beim Match gerade. Danke Cristiano. „What a finish, what a goal!“ so der Live-Kommentator in meinem Fernseher.)

Zurück zu Newcastle (die sich nun endgültig aufgelöst haben): Wer ist überhaupt Sam Allardyce? Vor seinem Engagement bei Newcastle war er acht Jahre lang Trainer bei den Bolton Wanderers und hat dort einen von vielen respektierten Job gemacht: „He had established Bolton Wanderers as a Premier League club for the best part of eight successful years.“ So ein Artikel auf news.bbc.co.uk.

Leicester-Trainer Ian Holloway ist ebenso voll des Lobes für Allardyce: "That man is a fantastic manager. What he did at Bolton was superb, I think he would have been superb at Newcastle, too, given time."

Allardyce war übrigens auch im Gespräch um Sven-Göran Erikssons Nachfolge als Teamchef der englischen Nationalmannschaft, nachdem er der FA ein höchst geschätztes Konzept vorgelegt hatte. Wie diese Geschichte weiterging, ist ja weitläufig bekannt…

Um Allardyces Trainer-Stil zu charakterisieren sei hier ein Satz von news.bbc.co.uk zitiert: „At Bolton he had developed a reputation for resurrecting (etwa: wiederbeleben, Anm.) the careers of talented players who had lost their way, footballers such as Nicolas Anelka, El-Hadji Diouf, Ivan Campo and Jay-Jay Okocha.“ Anelka ist ja seit gestern bei Chelsea unter Vertrag und hat heute gegen Tottenham bereits anständig aufgezeigt.

Warum ist Sam Allardyce in Newcastle gescheitert?
Hier gibt es unterschiedliche Ansätze, um die Situation zu erklären. Zum Einen ist es so, dass Allardyce von Mike Ashleys Vorgänger verpflichtet wurde, sein Boss hat ihn also eigentlich nicht ausgesucht. Im Großen und Ganzen ist man aber auch der Meinung, dass Allardyce zu wenig Zeit hatte, um aus Newcastle einen ernst zu nehmenden Titelanwärter zu machen.

(4:0 in Manchester.)

(Kurze Schreibpause, nun 5:0!)

Natürlich braucht ein Trainer Zeit, um eine Mannschaft zu formen, aber gerade als gelernter Österreicher versteht man, dass Club-Leitungen schnelle Erfolge sehen wollen und in den seltensten Fällen einem Trainer drei Jahre Zeit geben, um eine durchschlagskräftige Mannschaft zu formen. Noch dazu zeigt uns die Geschichte, dass Trainer selten ein erfolgreiches Konzept bei einem zweiten Club ebenso erfolgreich umsetzen konnten: „The progressive thinking and methods Allardyce introduced at Bolton – the ProZone, t'ai chi, yoga and Pilates – did not seem to be working and his transfers looked less than inspired.“ (news.bbc.co.uk)

(6:0 in Manchester!)

So, das Spiel in Manchester ist vorbei und Newcastle ist bitter geschlagen. Newcastle konnte sich auf keinen Fall beweisen, Michael Owen dürfte vorne an der Spitze vor Langeweile eingegangen sein – kein Wunder, dass er so häufig verletzt ist, so selten wie er sich bewegen muss. Noch dazu wurde ihm ein reguläres Tor aberkannt (wenn’s einem Club schlecht geht, kriegt er’s von allen Seiten ab). „It was embarrassingly one-sided“ schreibt meine englische Fußball-Quelle und dem ist nichts hinzuzufügen.

Nun wird es also definitiv Zeit, für Newcastle einen neuen Trainer zu finden. Die Fan-Wünsche reichen von Jose Mourinho über Ottmar Hitzfeld und Harry Redknapp (der bereits abgesagt hat) bis hin zu – klarerweise – Alan Shearer. Von Mike Ashley nimmt man an, dass er seine Entscheidungen (und gerade jene, die zur Entlassung von Sam Allardyce geführt hat) auf Basis von Fan-Meinungen trifft: Da er alle Spiele auf der Tribüne inmitten der „normalen“ Newcastle-Fans ansieht, können deren Meinungen nicht an ihm vorübergehen, so die allgemeine Überlegung. Über den Newcastle-Fans hängt ohnehin ein wunderbarer Mythos, selten gelten Fans als derart fordernd und anspruchsvoll und werden dafür auch noch respektiert: „The Newcastle fans demand flair as well as success.“ (mehr dazu)

Der ehemalige Newcastle-Stürmer Kevin Gallacher erklärt in einem Interview mit der BBC, was einen Newcastle-Trainer auszeichnen muss: „You have to get into the heart of the people to understand the club. It is about the hunger of the fans, who are mainly working class.“ Und weiter: „They want to see players working hard. They want to be entertained, they don't want people strolling around." (mehr dazu

Auf alle Fälle erwarten den kommenden Trainer von Newcastle United hohe Erwartungen – vonseiten der Vereinsführung, vonseiten der Medien und vor allem vonseiten der Fans. Mein Favorit für den Job ist übrigens Jose Mourinho, weil ich der Meinung bin, dass er die Nervenstärke und den nötigen Humor hat, in prekären Situationen die Show weitergehen zu lassen.

Meinungen, Trainerwünsche und Sympathiebekundungen für beide Uniteds bitte an .


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