Habe beim gemächlichen Aufwachen am Neujahrstag des neuen Jahres ein bissl englischen Fußball gesehen: Arsenal gegen West Ham und Man United gegen Birmingham. Wenn man Cristiano Ronaldo beim Tänzeln und Eduardo beim Tore schießen zusieht, während man den eigenen übermüdeten Körper vor zu viel Anstrengung schont, kommt einem schon mal der Gedanke, warum die Engländer jedes Jahr zu Weihnachten ein derart ambitioniertes Programm abspulen.
Von kurz vor Weihnachten bis kurz nach Neujahr spielen die englischen Mannschaften vier Premier League-Matches sowie ein FA Cup-Spiel. Eingedenk der österreichischen Weihnachtsruhe, bei der man das Gefühl hat, das gesamte Land schläft, drängt sich die Frage auf, wie sich denn die Briten zum Spielen motivieren – und nicht nur das: Tausende Fans pilgern – as usual – in die Stadien. Paul Scharner erklärte der APA dazu: „Weihnachten ist in Österreich ein großes Fest, in England wird es eben auf Fußball umgelegt“. (siehe etwa: http://derstandard.at/?url=/?id=3159707) Der Redakteur findet’s scheinbar trotzdem seltsam, sonst hätte er wohl nicht in der Einleitung seines Artikels gesondert darauf hingewiesen, dass unsere beiden englischen Helden Scharner und Pogatetz „Familienväter“ sind. (Ein Fakt, der in der üblichen Sportberichterstattung über Männer häufig unerwähnt bleibt, sei hier nur kurz erwähnt…)
Stichwort Weihnachtsruhe: Aus der österreichischen Liga erfährt man zurzeit, dass sich die Klubs im Jänner in den Süden zur Vorbereitung zurück ziehen werden (http://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/695072/index.do). Oder: „Beim SK Sturm herrscht Weihnachtsruhe. Die Mannschaft ist über die halbe Welt verstreut und auch Trainer Franco Foda erholt sich unter südlicher Sonne auf den Malediven von den Strapazen der Herbstsaison.“ (http://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/691674/index.do) Einzig Manager Hörmann arbeite im Moment (das sollte er auch: Bei Krammer und Säumel laufen im Sommer die Verträge aus…).
Zurück nach England: Nachdem Manchester nach der 24. Minute kein Tor mehr geschossen hatte, blieb genug Zeit, ein wenig zu googlen und der Frage nach zu gehen, warum denn die Engländer diese intensive Fußball-Tradition pflegen.
Zur Enttäuschung vorweg: Ich habe nicht herausgefunden, seit wann die Weihnachts-Spiele stattfinden (sollte es jemand unter den verehrten LeserInnen wissen, bitte ich um Information an ).
Sei’s drum. Zwei interessante Gedanken zu diesem Thema möchte ich Euch nicht vorenthalten: Auf sport.t-online.de bin ich auf einen Artikel über „Fortuna Düsseldorfs langjährigen Abwehrrecken“ Egon Köhnen gestoßen, der einst am 26.12.1977 vor 50.000 Zusehern ein Tor gegen Schalke 04 geschossen hat. Im Artikel wird er zum damals überraschend hohen Zuschauerinteresse folgendermaßen zitiert: „Ich glaube, die Leute waren froh, herauszukommen und Fußball zu gucken." (Den ganzen Artikel gibt’s unter: http://sport.t-online.de/c/13/80/97/96/13809796.html)
Und die Fußball-Freunde auf soccer-fans.de können es schier nicht glauben, dass englische Fußballer an den Feiertagen arbeiten müssen – manch einer vermutet aber, dass die Spieler ohnehin genug verdienen, um für die ungewöhnlichen Arbeitszeiten entschädigt zu werden: „Die Spieler verdienen ein Heidengeld und bei einer Krankenschwester, Altenpflegerin oder Arzt jammert auch keiner oder besser gesagt, dieses nehmen wir als normal hin.“ (http://www.soccer-fans.de/fussball-england/17780-fussball-an-weihnachten.html)